Aufregend und lehrreich - ein Praxisbericht

Aufregend und lehrreich

Samstag, 15. Dezember 2018

Modul 1 Ausbildung zur Coach – Ein Praxisbericht

Ein spannender Bericht aus der praktischen Ausbildung. Coach sein ist eine Herausforderung und ein Gewinn zugleich.

Modul 1 15.11.18 – 17.11.18

Mein Name ist Franziska. Ich studiere BWL an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten. Klingt gut? Ist es auch. Aber noch besser ist es, wenn man von seiner Dozentin vorgeschlagen bekommt, eine Zusatzausbildung im Bereich Coaching zu machen.

Also machte ich mich am Donnerstag den 15.11.2018 auf den Weg nach Waltenhofen ins Pfeos Kompetenz-Zentrum von Gisela und Peter Krämer.

Was kommt auf mich zu. Gedanken vor dem Seminar

Auf dem Weg dorthin sind mir viele Gedanken durch den Kopf gegangen. „Ich bin doch nur Studentin. Was ist, wenn alle anderen viel professioneller sind als ich?“; „Was ist, wenn die anderen Teilnehmer unsympathisch sind?“ usw. Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht und bin leider der Typ Mensch, der in neuen Situationen und mit neuen Menschen immer erst eine Weile braucht, bis er warm wird. Ich war also sehr gespannt, was mich erwartete.

Es fing schon mal gut an, denn durch meine übliche Überpünktlichkeit war ich die erste und konnte mir somit einen Parkplatz direkt vor der Tür sichern. Die darauffolgende Begrüßung war sehr herzlich und nahm mir ein bisschen von meiner Nervosität. Auch der Seminarraum war irgendwie sofort gemütlich. Fehlten nur noch die anderen Teilnehmer. Als einer nach dem anderen ankam, war aber eigentlich relativ schnell klar (spätestens nach der ersten Kaffeepause), dass ich mir vollkommen grundlos Sorgen gemacht hatte. Durchweg sympathisch und wie sich später herausstellte tatsächlich weitaus professioneller als ich.

Aller Anfang ist anders

Am Anfang sollten wir uns vorstellen, ohne unseren Beruf/Studium zu nennen, da im Verlauf des Tages die übrigen Teilnehmer raten mussten, was man von Beruf ist. Nachdem wir uns alle kennengelernt hatten, ging es auch schon richtig los. Alle Übungen, die wir gemacht haben, empfand ich als sehr durchdacht und lehrreich. Wir haben zum Beispiel sogenannte Killerphrasen bekommen (etwa wie: „Was soll ich denn noch alles machen? Mich fragt ja eh keiner!), die wir umformulieren sollten und die Kernessenz des Gesagten herausfiltern sollten. Das hilft erheblich beim gegenseitigen Verständnis und bei der Kommunikation. Neben Übungen dieser Art diskutierten wir viel über alltägliche Themen und über verschiedene Situationen im Beruf, die durch aktives Zuhören und Spiegeln leichter bewältigt werden können. Ich fand schon den ersten Tag äußerst lehrreich und hab mich wirklich auf den folgenden Tag gefreut.

Nur die Ruhe..

Am Freitagmorgen wurde nach der Begrüßung und einer kurzen Rekapitulationsrunde, erstmal Organisatorisches geklärt. Um diese Ausbildung abzuschließen, gehört auch eine schriftliche Abfassung eines selbst durchgeführten Coachingfalls dazu. Als ich das gehört habe, habe ich erstmal leichte Schnappatmung bekommen, da ich ja noch das kleine Problem habe mindestens die nächsten zwei Jahre noch Student zu sein. Wie soll ich denn dann einen Coachingfall bekommen? Aber Coaching muss nicht immer im Unternehmen oder im beruflichen Leben stattfinden, sondern kann auch privat passieren.

Lerntypen

Diesbezüglich beruhigt, konnte ich mich auf die Inhalte des zweiten Tages konzentrieren und freuen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zuerst lernten wir, dass alle Menschen unterschiedlich lernen. Es gibt zwar drei verschiedene Lerntypen (visuell, auditiv und kinästhetisch), jedoch muss man sich beim Coaching natürlich auf jede Person individuell einstellen, zumal sich diese Lerntypen vermischen können. Diese Information ist nicht nur für meinen weiteren beruflichen Weg wichtig, sondern auch für mein Studium. Ich selber bin eine Mischung aus visuellem Lerntyp (nur vom Hören kann ich mir selten etwas merken, ich muss es aufschreiben oder lesen) und kinästhetischem Lerntyp (Man sieht mich selten ruhig sitzen, ich habe immer was in der Hand zum rumspielen und schon in der Schule waren meine Hefte vollgekritzelt mit kleinen Zeichnungen und Symbolen, weil ich mich dadurch besser konzentrieren kann, wenn meine Hände etwas zu tun haben). Coaches sind also sozusagen Lernbegleiter in einem Prozess, der für die Coachees komplett neu ist und müssen sich dementsprechend an den Lerntyp des Coachees anpassen.

Viele interessante Aufgaben

und ein wirklich leckeres und angenehmes Mittagessen später kamen wir über die Maslowsche Bedürfnispyramide zum 4 Ohren Modell von Schulz von Thun. Ein wirklich interessantes Modell, vor allem kombiniert mit der Gewaltfreien Kommunikation! Dadurch, dass in unserer Gruppe so eine angenehme Atmosphäre herrschte, waren die darauffolgenden Übungen sehr informativ und eine positive Erfahrung. Mit all diesen Eindrücken beschenkt, endete auch der zweite Tag des ersten Moduls.

Kommunikation

Am Samstag (der erste Tag an dem ich meinen Parkplatz direkt vor der Tür nicht bekam), als ich im Auto saß, habe ich mich sehr auf den Tag gefreut, weil es mir von Tag zu Tag mehr Spaß gemacht hat und war gleichzeitig traurig, dass es schon der letzte Teil des Moduls war. Wir haben an diesem Tag über viele wichtige Themen geredet z.B. ob man die Welt in Gut und Böse aufteilen kann. Außerdem haben wir verschiedene Aufgaben bekommen, die wir in kleineren Gruppen bearbeiteten. Und wir haben eine Smalltalk Runde auf der Parkbank durchgeführt, wobei schön zu sehen war, auf wie viele verschiedene Arten man mit fremden Menschen ins Gespräch kommen kann, woraufhin wir einen „Elevator Pitch“ für uns selber entwickeln sollten, um einem anderen Menschen innerhalb von 60 Sekunden auf uns aufmerksam zu machen. Am wichtigsten war am Samstag allerdings für mich, dass wir darüber gesprochen haben, wie man psychologische Spiele erkennt und, wenn man sie erkannt hat, wie man vermeiden kann, dass man den Köder verschluckt. Ich habe mich schon öfter in einer Situation wiedergefunden, in der ich gar nicht gemerkt habe, dass man mich manipuliert und ich dann keinen Ausweg mehr gefunden habe.

Schade, schon zu Ende das erste Modul

Leider war es dann auch schon so weit: Der letzte Tag des ersten Moduls war vorbei und wir haben den Auftrag bekommen, uns in der Zeit bis zum nächsten Modul Gedanken über all diese gelernten Themen zu machen und im Alltag und im Berufsleben (bzw. Studium, bin ja immer noch Student) bewusster mit unseren Mitmenschen zu interagieren.

Abschließend zum ersten Modul kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass mir diese Chance geboten wurde. Schon jetzt konnte ich einiges des Gelernten anwenden. Ich freue mich so nette Menschen kennengelernt zu haben und bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

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